Der Streitkolben
Die Waffe Streitkolben taucht im 12. und 13. Jahrhundert in Westeuropa auf. In Osteuropa, bzw. im byzantinischen Raum, ist der Streitkolben hingegen schon wesentlich länger in Gebrauch. Dies Belegen zahlreiche Funde. Während die frühen und östlichen Streitkoblen meist in Bronze gegossen wurden, so gab es in Westeuropa, vielleicht als Verbesserung, auch geschmiedtete Streitkolben aus Stahl.
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Auch wenn es zuerst merkwürdig klingt, so war der Streitkolben eine Waffe der Reiterei. Ist er doch für Soldaten zu Fuß viel zu kurz, und im engen Gemenge ist der notwenige Raum zum Ausholen nicht mehr vorhanden. Zu Pferde allerdings ist der Streitkolben eine gefährliche Waffe. Der schwere Kopf entwickelt eine große Wucht, welche sogar Helme zertrümmern kann. Im Gegensatz zu mit Nägeln gespickten Keulen verhakt sich der Streitkolben nicht und kann sofort erneut geschwungen werden.
Mein Nachbau entspricht einem Fund aus Ely bei Camebridge in England aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Er ist ausführlich auf Shawn Cazas Webseite dokumentiert. Dank für die Erlaubnis das Bild hier zu verwenden geht hiermit auch an Shawn.
Das Gewicht des Streitkolbens beträgt nichtmal 800 Gramm. Die Länge des Kopfes beträgt 9cm, die 6 Keile/Dreiecke sind 2,5 cm hoch. Die höchste Stelle ist etwa 1/3 der Länge vom Kopfende entfernt. Die Gesamtlänge beträgt 60cm.
Diese Streitkolbenform war scheinbar weit verbreitet, so finden sich weitere Belege dieses Typus in Alres (Frankreich). Die Schnitzerei dort wird auf Mitte bis Ende 13. Jahrhundert datiert und zeigt einen Ritter mit Streitkolben von fast gleicher Form (siehe Links).
Ein weiterer erhaltenen Streitkolbenkopf ist in "Armies of the Crusade" Seite 18 abgebildet. Dieser Kopf wird auf Ende 12. Jahrhundert datiert. Weitere Kolbenköpfe wurden in der Themse (England) sowie in Ungarn gefunden.
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Quelle:
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