Die Schwertscheide

Das Schwert wird in einer lederbespannten Holzscheide, die in typischer Wicklung am Waffengurt befestigt ist, aufbewahrt. Die Scheide besteht aus einem Holzkern, welcher mit ölgetränktem Fell ausgekleidet wurde. Dieser konserviert das Schwert gut. Die Bindung des weißen Waffengurtes an die Scheide ist ein eigener Rekonstruktionsversuch. Sie wiegt ca. 900g Gramm. Ich versuche mich hier lieber nicht mit einer Beschreibung. Es existieren im Internet zwei gute Anleitungen:

  1. Schwertscheide und Gurt von Dignitas Equestris - leider offline
  2. Schwertgurt von Historia vivens 1300
Mundst?ck aus dem 13. Jahrhundert

Meine Version unterscheidet sich von den beiden angeführten, dadurch, daß das Mundstück mit den Dreicken oben vom Scheidenkörper getrennt ist. Es ist nur übergezogen und hält durch seine leicht zulaufende Form und die Schnürung, welche das Mundstück an den Körper heranzieht. Die Skizze eines gut erhaltenen Mundstückes aus Schleswig ist hier als Beleg angeführt.
Am unteren Ende der Schwertscheide befindet sich das Ortband, welches nach einem Fund aus dem 13. Jahrhundert gefertigt wurde. Das Ortband diente dazu die empfindliche Schwertspitze vor Beschädigungen zu schützen (z.B. beim Absteigen vom Pferd, bei dem man mit angelegtem Schwertgurt leicht mit dem Ende der Scheide auf den Boden aufschlagen kann).


Stifterfigur Wilhelm von Camburg. Mit Schwert und Schild

Das Schwert ist unter anderem an den Stifterfiguren des Naumburger Westchores gut zu belegen, welche auf das Jahr 1250 datiert werden: Diese Abbildung zeigt Graf Wilhelm von Camburg, welcher ein Schwert, wie eben beschrieben, zur Linken hat (gut zu erkennen ist der paranussförmige Knauf).

Quelle:

  • Zeichung aus: Ausgrabungen in Schlesweig, Band 13, Wachholtz Verlag. Abbildung 20.3 S.41
  • Figur modifiziert nach Schubert und Bäumer/Hege (1941).