Die Gürteltasche

Die hochmittelalterliche Gürteltasche gab es wohl in zwei Formen. Einmal die hier gezeigte Halbrunde Form, und als rechteckige Tasche.
Die Gürteltasche diente vermutlich zum Transport von Geld, Feuerzeug oder Ähnlichem. Die hier abgebildete Tasche besteht aus vegatil gegerbtem Kalbsleder, in welches, ein dem Fund entsprechendes, Muster eingeschnitten wurde. Rückseite und Deckel der Tasche sind aus einem fast runden Stück mit einem Durchmesser von 14 cm.
Zwischen Vorder- und Rückseite ist ein 4 cm breiter Streifen eingenäht.

Als Beleg für diese Tasche gilt ein Fundstück aus Schleswig, welches zugleich die Schwachstelle in der Konstruktion aufweist.
Die Schlitze an der Rückseite, durch die der Gürtel gezogen wird, können ausreissen. In dem Fundstück wurde der Riss mit einem kleinen noch erhaltenem Lederband geflickt.

Die Trageweise deckt sich mit Abbildungen aus der Kreuzfahrer Bibel, die die Gürteltasche nicht unter dem Gürtel zeigen, sondern auf gleicher Höhe.
Bemerkenswert scheint aber die Tatsache zu sein, dass es nur wenige Abbildungen gibt, die diese Tasche zeigen. Es scheint so als wären Gürteltaschen nicht im Alltag, sondern evtl. nur auf Reisen, getragen worden. Auch sind es nur Männer die, eine Gürteltasche tragend, abgebildet sind.

Quellen:

  • Zeichung aus: Ausgrabungen in Schlesweig, Band 13, Wachholtz Verlag. Abbildung 41.2 S.68
  • Männer aus: Kreuzfahrerbibel (digital-Bild auf Anfrage)